Konzert am 20.6.2012

Konzert im Club „Uebel und Gefährlich“ Hamburg

Zum Programm des Abends


Andrej Koroliov – „Sei du Gesang mein freundlich Asyl“
für Stimme, Klarinette, E-Zither, Klavier und Zuspielung

Hinter dem historisch anmutenden Titel „Sei du Gesang mein freundlich Asyl“ verbirgt sich ein hintergründig ausladendes Ensemblestück des jungen Hamburger Komponisten Andrej Koroliov. In einem Partikelgestöber aus krass überzeichneten Spieltechniken und politischen Statements des vergangenen Jahrhunderts stellt er ein Klangbild zusammen, das auch vor Radau und wütenden Ausbrüchen nicht Halt macht.

Matthew Shlomowitz – Letter Piece No.5 „Northern Cities“
für Klarinette und E-Zither

Der australische Komponist Matthew Shlomowitz (geboren 1975) ist mit einem Performance-Stück aus seinem Zyklus „Letter Pieces“ vertreten. Die Instrumentalisten gestalten hier anhand eines speziellen Zeichensystems Körper-Aktionen, Texte und Töne, also Elemente, die über eine bloße Kammermusikdarbietung weit hinausreichen.

John Cage – Credo in US
für zwei Schlagzeuger, Klavier, Plattenspieler und Radio

„Credo in US“ (1942) ist ein Klassiker der amerikanischen Moderne, komponiert von John Cage, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Das ursprünglich als Tanz-Performance konzipierte Stück stellt eine frühe Satire auf unsere Mediengläubigkeit dar. Mit Schlaginstrumenten, Klavier, Plattenspieler und Radiogerät werden vielfache Sinneseindrücke und Zitate übereinandergeschichtet, die an das multimediale Layout eines heutigen Blogs oder Facebook-Profils erinnern.

Alexander Schubert – “Your Fox’s, A Dirty Gold“
für Solo-Performer mit Stimme, Sensoren, E-Gitarre und Live-Elektronik

Der Komponist Alexander Schubert versetzt in „Your Fox’s, A Dirty Gold“ die Ästhetik des Punk in eine kompromisslose, elektronisch übersteigerte Avantgarde-Collage. Mittels Live-Stimme, Show-Gitarre, Sensoren und Computer werden die zuvor pulverisierten Elemente zurück durch die Lautsprecher gejagt und neu zusammengezurrt.

Es spielen:
Frauke Aulbert (Stimme)
Carola Schaal (Klarinette)
Leopold Hurt (E-Zither)
Andrej Koroliov (Klavier)
Alexander Schubert (Elektronik/Klangregie)
Jonathan Shapiro (Schlagzeug)

Support:
Sven Kacirek (Pingipung)

Danach:
DJ arktik.OS (Musikzimmer 159)

VVK 9 – AK 12 – Erm. AK 7
Einlass: ab 19:30 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr

Decoder erhält Ensemble-Preis

Decoder erhält Ensemble-Preis
im Rahmen des „Hermann und Milena Ebel-Preises 2012“


Der „Hermann und Milena Ebel-Preis 2012“ wurde am 19. April 2012 zum inzwischen fünften Mal verliehen. Die Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Hamburg ist eines der Ziele, die sich die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel auf die Flagge geschrieben hat. Gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg vergibt das Stifterehepaar daher jedes Jahr die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung an herausragende junge Künstlerinnen und Künstler. Zwei Ensemblepreise in Höhe von je 6.000 Euro erhielten das Trio Catch sowie das Decoder Ensemble.

Konzert am 19. April 2012

Das Decoder Ensemble spielt am 19. April 2012 ein Konzert im Kunstraum der Markthalle in Hamburg. Adresse, Uhrzeit und Anreisekarte (Google Maps) finden Sie unter dem Menüpunkt Konzerte.

Zum Programm des Abends

Das Debüt-Konzert von Decoder wird eröffnet mit einem Werk des Berliner Komponisten Martin Schüttler, der in “taped & low-bit” das Phänomen des Liebesliedes ad absurdum führt. Er arbeitet dabei mit einer Reihe naheliegender Assoziationen, die auch allgegenwärtige Kitschmusik oder das Spiel der Geschlechter beinhaltet.
Das Thema Liebe wird ebenfalls von dem französischen Komponisten Georges Aperghis aufgegriffen, hier jedoch in Form einer prägnanten wie grotesken Mikro-Oper für drei Musiker.
Aus Frankreich stammt auch Benjamin de la Fuente, der vom Decoder Ensemble mit einem kraftvollen Stück für Schlagzeug und Keyboard präsentiert wird. Hier sind deutliche Einflüsse von aktueller Electronica-Musik nicht von der Hand zu weisen.
Larry Polansky hingegen, der im Neue-Musik-Milieu der US-amerikanischen Westküste zuhause ist, stellt den Musikern ein offenes Modell zur Verfügung. Die Komposition, die auf einem durchgehenden Minimal-Beat basiert, wird nach einem bestimmten Plan vom Ensemble selbst ausgearbeitet.
Darüberhinaus steht der Österreicher Bernhard Lang auf dem Programm, der in seinem auf elektronische Loops basierenden Werk für Stimme und Zither eine künstliche Dämonenwelt beschwört.

Martin Schüttler (*1974) – taped & low-bit (2002)
für Gesang, Keyboard und Live-Elektronik

Georges Aperghis (*1945) – Sept crimes de l’amour (1979)
für eine Sängerin, eine Klarinettistin und einen Perkussionisten

Benjamin de la Fuente (*1969) – Manège (2001)
für Schlagzeug, Keyboard und Elektronik

Larry Polansky (*1951) – Ensembles of Note (1999)
für Ensemble

Bernhard Lang (*1957) – DW15 „Songs/Preludes“ (2003)
für E-Zither, Mezzosopran und CD-Zuspielung


Im Anschluss an das Konzert: DJ Daughter Erben

Ensemble: Frauke Aulbert (Stimme), Carola Schaal (Klarinette), Leopold Hurt (E-Zither), Andrej Koroliov (Keyboards), Alexander Schubert (Elektronik/Klangregie), Jonathan Shapiro (Schlagzeug)

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