Decoder erhält Ensemble-Preis

Decoder erhält Ensemble-Preis im Rahmen des “Hermann und Milena Ebel-Preises 2012″

Der „Hermann und Milena Ebel-Preis 2012“ wurde am 19. April 2012 zum inzwischen fünften Mal verliehen. Die Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Hamburg ist eines der Ziele, die sich die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel auf die Flagge geschrieben hat. Gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg vergibt das Stifterehepaar daher jedes Jahr die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung an herausragende junge Künstlerinnen und Künstler. Zwei Ensemblepreise in Höhe von je 6.000 Euro erhielten das Trio Catch sowie das Decoder Ensemble.

Konzert am 19. April 2012

Das Decoder Ensemble spielt am 19. April 2012 ein Konzert im Kunstraum der Markthalle in Hamburg. Adresse, Uhrzeit und Anreisekarte (Google Maps) finden Sie unter dem Menüpunkt Konzerte.

Zum Abend:

Hamburg hat eine neue Stimme für aktuelle Musik. Das Decoder Ensemble, eine “Band” für neue Klangkunst hat sich zusammengefunden, um ein internationales Spektrum zeitgenössischer Musik zu präsentieren und der Szene neue Impulse zu verleihen. Experimentelle Instrumentalmusik, Kombinationen mit Elektronik, Konzeptkunst und vieles, für das noch keine gängige Schublade gefunden wurde macht das Repertoire des Ensembles aus. Auch wenn die gemeinsame Arbeit gerade erst begonnen hat, sind die jungen Musiker der Formation längst keine Frischlinge mehr in ihrem Metier. Sie haben sich als Solisten, Performer oder Komponisten bereits einen Namen in der Neuen Musik-Szene in und außerhalb Hamburgs gemacht, und werden fortan ihr hohes künstlerisches Niveau im Team unter Beweis stellen. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit mit Komponisten der jüngsten Generation, denen eine professionelle Aufführungs-Plattform geboten wird.

Das zeigt sich auch im Programm des Hamburger Debüt-Konzertes, unter anderem mit einem Werk des Berliner Komponisten Martin Schüttler, der in “taped & low-bit” das Phänomen des Liebesliedes ad absurdum führt. Er arbeitet dabei mit einer Reihe naheliegender Assoziationen, die auch allgegenwärtige Kitschmusik oder das Spiel der Geschlechter beinhaltet.
Das Thema Liebe wird ebenfalls von dem französischen Komponisten Georges Aperghis aufgegriffen, hier jedoch in Form einer prägnanten wie grotesken Mikro-Oper für drei Musiker.
Aus Frankreich stammt auch Benjamin de la Fuente, der vom Decoder Ensemble mit einem kraftvollen Stück für Schlagzeug und Keyboard präsentiert wird. Hier sind deutliche Einflüsse von aktueller Electronica-Musik nicht von der Hand zu weisen.
Larry Polansky hingegen, der im Neue-Musik-Milieu der US-amerikanischen Westküste zuhause ist, stellt den Musikern ein offenes Modell zur Verfügung. Die Komposition, die auf einem durchgehenden Minimal-Beat basiert, wird nach einem bestimmten Plan vom Ensemble selbst ausgearbeitet.
Darüberhinaus steht der Österreicher Bernhard Lang auf dem Programm, der in seinem auf elektronische Loops basierenden Werk für Stimme und Zither eine künstliche Dämonenwelt beschwört.

Martin Schüttler (*1974) – taped & low-bit (2002)
für Gesang, Keyboard und Live-Elektronik

Georges Aperghis (*1945) – Sept crimes de l’amour (1979)
für eine Sängerin, eine Klarinettistin und einen Perkussionisten

Benjamin de la Fuente (*1969) – Manège (2001)
für Schlagzeug, Keyboard und Elektronik

Larry Polansky (*1951) – Ensembles of Note (1999)
für Ensemble

Bernhard Lang (*1957) – DW15 „Songs/Preludes“ (2003)
für E-Zither, Mezzosopran und CD-Zuspielung


Im Anschluss an das Konzert: DJ Daughter Erben

Ensemble: Frauke Aulbert (Stimme), Carola Schaal (Klarinette), Leopold Hurt (E-Zither), Andrej Koroliov (Keyboards), Alexander Schubert (Elektronik/Klangregie), Jonathan Shapiro (Schlagzeug)

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